Du öffnest dein Merchant Center, und die Klicks aus den kostenlosen Einträgen sind binnen weniger Tage fast auf null gefallen. So ging es im September vielen kleinen Shops. Google kostenlose Produkteinträge gibt es in der normalen Google-Suche im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) seit Mitte September 2026 so gut wie nicht mehr. Die Gratis-Produktkacheln und Karussells wie „Beliebte Produkte", über die viele kleine Onlineshops ohne Werbebudget Besucher bekommen haben, sind innerhalb weniger Tage verschwunden. Google begründet das mit dem Digital Markets Act (DMA) der EU, bezahlte Shopping-Anzeigen laufen weiter. Ein kostenloser Kanal ist also weggebrochen. Die wichtigste Frage für dich ist jetzt, wie viel Umsatz daran hing. Wir ordnen ein, was belegt ist, was noch unklar ist und welche Wege zurück in die Produktsuche führen.
Kurz gesagt: Rund um den 17. September 2026 hat Google die kostenlosen Produkteinträge und Produktkarussells aus der Websuche im EWR weitgehend entfernt. Tracking-Daten zeigen für Deutschland und mehrere Nachbarländer einen fast vollständigen Rückgang. Hintergrund ist eine DMA-Entscheidung der EU-Kommission vom Juli 2026. An die Stelle der Gratis-Kacheln treten Module für Preisvergleichsdienste (CSS), Shopping-Anzeigen bleiben. Prüfe jetzt deine Zahlen, stärke Produktseiten und strukturierte Daten und stell deine Kanäle breiter auf.
Was genau ist Mitte September 2026 passiert?
Kostenlose Produkteinträge (englisch „Free Listings") sind Produktangebote aus dem Google Merchant Center, die Google ohne Klickkosten anzeigt. Wer einen Produktfeed im Merchant Center pflegte, tauchte damit in der Suche, im Shopping-Bereich und in der Bildersuche auf, ohne für Werbung zu zahlen. Für kleinere Shops war das ein bequemer Nebenkanal, der nach der Einrichtung still mitlief.
Genau dieser Kanal ist in der Websuche des EWR jetzt weitgehend weg. Search Engine Roundtable berichtete am 18. September 2026, dass Google die kostenlosen Produkteinträge und die Karussell-Formate aus der Suche im EWR entfernt hat (Search Engine Roundtable). Aufgefallen war es zuerst Google-Ads-Fachleuten, die in den Ergebnisseiten plötzlich keine Gratis-Produkte mehr sahen. Der Platz geht stattdessen an Preisvergleichsdienste.
Betroffen sind vor allem zwei Elemente:
- die kostenlosen Produktkacheln in den normalen Suchergebnissen
- die Karussells „Beliebte Produkte" (Popular Products), also organische Produktblöcke bei kaufnahen Suchanfragen
Abgeschafft hat Google die Funktion nicht. In Großbritannien, den USA und Australien sind die Gratis-Karussells laut Tracking-Daten weiter zu sehen. Es geht also um eine europäische Sonderlösung.
Warum Google die Gratis-Kacheln abschaltet: der Digital Markets Act
Der Digital Markets Act ist ein EU-Gesetz, das großen Plattformen, sogenannten Gatekeepern, bestimmte Spielregeln vorschreibt. Eine davon verbietet es einem Gatekeeper, eigene Dienste in seinen Ergebnissen zu bevorzugen. Seit März 2024 muss Google diese Regeln einhalten und hatte dafür schon Anfang 2024 eigene Module mit Links zu Vergleichsportalen angekündigt.
Der EU-Kommission reichte das nicht. Am 23. Juli 2026 verhängte sie gegen Google zwei Strafen über insgesamt 890 Millionen Euro. 460 Millionen Euro davon betreffen die Google-Suche: Google bevorzuge eigene Dienste, ausdrücklich genannt werden Shopping, Hotels, Verkehr und Sportergebnisse (EU-Kommission). Google bekam 60 Tage, um Drittanbieter in den Suchergebnissen fair und diskriminierungsfrei zu behandeln. Sonst drohen nach dem DMA Zwangsgelder von bis zu 5 % des durchschnittlichen weltweiten Tagesumsatzes, und zwar für jeden Tag.
Anfang September stellte Google die Suchergebnisse im EWR dann spürbar um. Ein Google-Vertreter sprach gegenüber Reuters von der größten Verschlechterung der Dienstqualität in der 29-jährigen Geschichte der Suchmaschine (Search Engine Roundtable, 8. September 2026). Betroffen waren zunächst vor allem Hotels, Flüge und Restaurants. Gut eine Woche später folgten die Produkte.
Googles Ads Liaison, die offizielle Ansprechpartnerin des Konzerns für Werbetreibende, bestätigte in einem LinkedIn-Kommentar, dass die kostenlosen Produkteinträge wegen der DMA-Entscheidung entfernt wurden. Zahlen zu den Folgen für Händler hat Google nicht genannt.

Die Testläufe seit 2024
Überraschend kam der Schritt nicht. Google dreht seit 2024 im EWR immer wieder an der Darstellung. Im November 2024 kündigte Google zum Beispiel für Deutschland, Belgien und Estland einen Test mit einer stark reduzierten Hotelsuche an, ohne Karte und Hotelmodule, im Grunde die alten „zehn blauen Links". Im selben Blogbeitrag schrieb Google, Fluggesellschaften, Hotelbetreiber und kleine Händler hätten seit den ersten DMA-Änderungen bis zu 30 % weniger kostenlose Direktbuchungsklicks gemeldet. Die Zahl stammt also von den betroffenen Unternehmen, nicht aus einer eigenen Messung.
Das Muster bleibt gleich: Vergleichsportale bekommen mehr Fläche, direkte Anbieter verlieren an Sichtbarkeit. Für Onlinehändler ist der September 2026 der bisher härteste Einschnitt in dieser Reihe.
Wie stark ist der Rückgang? Was die Tracking-Daten zeigen
Belastbare Zahlen von Google gibt es nicht, wohl aber Messungen von Tracking-Tools. Sie fragen regelmäßig dieselben Suchanfragen ab und werten aus, wie oft dort ein Produktkarussell erscheint.
Der Anbieter Productrise hat für Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweden und die Niederlande, also die Länder mit ausreichender Datenbasis, Rückgänge von etwa 90 bis 100 % gemessen. Search Engine Roundtable hat die Semrush-Daten zu „Beliebten Produkten" gegengeprüft und dasselbe Muster gefunden.
Wichtig für die Einordnung: Diese Werte beschreiben, wie oft ein Produktkarussell erscheint, nicht, wie viele Klicks oder Umsätze einem einzelnen Shop fehlen. Ein Shop, der fast nur über Shopping-Anzeigen und Stammkunden verkauft, merkt vielleicht kaum etwas. Ein kleiner Ersatzteilhändler, dessen Produkte bei Suchen wie „Dichtung Waschmaschine Modell XY" in den Gratis-Kacheln auftauchten, kann dagegen einen großen Teil seiner Neukunden verlieren.
Was fällt weg, was bleibt? Suche, Shopping-Bereich, Bilder
In den Berichten geht bei dieser Frage einiges durcheinander. Deshalb trennen wir sauber zwischen belegt und unklar.
Weg ist nach übereinstimmenden Berichten die kostenlose Produktdarstellung in der normalen Websuche des EWR: Gratis-Produktkacheln und die Karussells „Beliebte Produkte".
Neu sind zwei Module, die Google in seiner Entwickler-Dokumentation als regionale Besonderheit des EWR beschreibt (Google Search Central):
- Die Aggregator-Einheit zeigt Angebote von Vergleichsdiensten, bei Produkten also von Preisvergleichsportalen.
- Die Anbieter-Einheit (Supplier Unit) zeigt direkte Anbieter, etwa Hersteller oder Händler. Sie erscheint laut Google nur, wenn auch eine Aggregator-Einheit angezeigt wird. Zusätzliche Daten sind nicht nötig, Google nutzt, was es beim Crawlen der Website findet. Datenfeeds können die Darstellung aber ergänzen.
Weiterhin da sind die bezahlten Shopping-Anzeigen.
Unklar ist die Lage im Shopping-Bereich und in der Bildersuche. Einzelne Branchenberichte nennen den Shopping-Tab, Maps, Bilder und Lens als weiterhin kostenlose Flächen. Productrise beobachtete dagegen, dass der Shopping-Tab im EWR aus dem oberen Menü verschwunden ist und sich nur noch über einen URL-Parameter aufrufen lässt. Ob dort für alle Händler kostenlose Einträge erscheinen, ist nicht belegt, und ohne sichtbaren Reiter klickt ohnehin kaum jemand hin. Wir würden uns darauf nicht verlassen.
Welche Rolle spielen Preisvergleichsdienste (CSS)?
Ein Comparison Shopping Service (CSS) ist ein Preisvergleichsdienst, der im Auftrag von Händlern Produktangebote auf Google platziert. Das System gibt es in Europa schon seit Jahren, als Folge eines älteren Wettbewerbsverfahrens.
Laut Merchant-Center-Hilfe müssen in einer Reihe europäischer Länder, darunter Deutschland, Österreich und Frankreich, CSS genutzt werden, um Shopping-Anzeigen und kostenlose Produkteinträge auf Google zu platzieren. Du kannst deine Produktdaten auch mehreren CSS gleichzeitig geben. Google Shopping tritt dabei selbst als einer von vielen CSS auf und zieht von jedem Händlergebot eine feste prozentuale Marge ab (Google Merchant Center Hilfe).
Mit der neuen Aggregator-Einheit gewinnt die CSS-Frage an Gewicht. In dieses Modul kommst du bei Produktsuchen nach heutigem Stand nur über einen Preisvergleichsdienst. Damit verschiebt sich die Logik. Statt direkt bei Google gelistet zu sein, stehst du eine Stufe tiefer im Angebot eines Vergleichsportals. Der Kunde klickt erst zum Portal und von dort zu dir.
Ob sich das lohnt, hängt stark von deinem Sortiment ab. Für Standardware mit EAN, die viele Händler anbieten, sind Preisvergleiche ein harter Wettbewerb über den Preis. Für Spezialsortimente oder Eigenmarken kann ein CSS dagegen zusätzliche Sichtbarkeit bringen, die du sonst nicht bekämst.
Was Shops jetzt konkret tun können
Panik hilft nicht, Zahlen schon. Bevor du Geld in neue Kanäle steckst, solltest du wissen, wie viel dir überhaupt fehlt.
1. Traffic-Analyse in Search Console und Merchant Center
Schau in der Google Search Console unter „Leistung" nach den Darstellungen in der Suche. Dort findest du Einträge wie Händlereinträge oder Produkt-Snippets. Vergleiche die Wochen vor und nach Mitte September 2026 und filtere auf Länder im EWR. Im Merchant Center siehst du unter den Leistungsberichten, wie viele Klicks die kostenlosen Einträge gebracht haben.
Ein Einbruch in diesen Zahlen ist kein Ranking-Problem deiner Website. Wer jetzt hektisch Texte umschreibt oder die Seitenstruktur umbaut, repariert an der falschen Stelle.
Am Ende sollte eine einfache Rechnung stehen: Wie viele Bestellungen kamen bisher über kostenlose Produkteinträge, und welcher Deckungsbeitrag hängt daran? Erst mit dieser Zahl kannst du entscheiden, wie viel dir ein Ersatz wert ist.
2. Produktseiten-SEO und strukturierte Daten
Die normalen organischen Suchergebnisse sind nicht verschwunden. Produktseiten können dort weiterhin mit Rich Results erscheinen, also mit Preis, Verfügbarkeit und Sternebewertung direkt im Suchergebnis. Dafür brauchst du saubere strukturierte Daten nach schema.org:
- Product für das Produkt selbst, mit Name, Bild, Beschreibung, Marke und GTIN
- Offer für Preis, Währung, Verfügbarkeit, Versand und Rückgabe
- Review und AggregateRating für echte Kundenbewertungen
Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Zusatzinformationen im Quelltext, die Suchmaschinen sagen, was auf einer Seite steht. Wie das grundsätzlich funktioniert, haben wir in unserem Beitrag über Schema-Markup als unterschätzten SEO-Booster erklärt.
Für Shops im EWR gibt es noch einen zweiten Grund. Google testet hier Karussells aus strukturierten Daten (Beta), auch für Produkte. Voraussetzung ist eine Seite mit ItemList-Markup und mindestens drei Einträgen, jeweils mit Bild, Name und URL. Preisangaben über offers empfiehlt Google zusätzlich (Google Search Central). Typischer Kandidat ist eine gut gepflegte Kategorieseite. Eine Garantie, dass Google so ein Karussell anzeigt, gibt es nicht. Aber ohne Markup bist du gar nicht erst im Rennen.
Daneben zählen die Klassiker: eigene Produkttexte statt kopierter Herstellerbeschreibungen, gute Bilder, schnelle Ladezeiten. Und halte Feed und Seite synchron, denn abweichende Preise schaden überall.

3. Shopping-Anzeigen mit kleinem, kontrolliertem Budget
Bezahlte Shopping-Anzeigen sind der direkteste Ersatz, kosten aber Geld pro Klick. Für viele kleine Shops war genau das der Grund, bisher nur auf die Gratis-Einträge zu setzen. Ein vorsichtiger Einstieg kann so aussehen:
- Nur Bestseller und Produkte mit guter Marge bewerben, nicht das ganze Sortiment.
- Ein festes Tagesbudget setzen und nach zwei bis vier Wochen auf Basis echter Verkäufe entscheiden.
- Conversion-Tracking vorher sauber einrichten, sonst entscheidest du im Blindflug.
- Prüfen, über welchen CSS die Anzeigen laufen. Ein externer CSS kann andere Konditionen haben als Google Shopping selbst.
Ehrlich gesagt: Ob sich Shopping-Anzeigen rechnen, kann dir niemand pauschal sagen. Bei Produkten mit niedrigem Warenkorb und hartem Preiswettbewerb fressen Klickkosten die Marge schnell auf.
4. Einen CSS-Partner prüfen
Wenn deine Produkte in der neuen Aggregator-Einheit auftauchen sollen, führt der Weg über einen Preisvergleichsdienst. Frag mehrere Anbieter nach Konditionen, Mindestlaufzeit, Abrechnungsmodell und danach, ob sie in der Aggregator-Einheit für Produkte tatsächlich ausgespielt werden. Dass ein Dienst ein CSS ist, heißt noch nicht, dass Google ihn dort zeigt.
5. Marktplätze als zusätzlicher Kanal
Amazon, eBay, Kaufland oder Otto bringen eigene Suchanfragen mit, unabhängig von Google. Dafür zahlst du Provisionen und gibst einen Teil der Kundenbeziehung ab. Starte am besten mit einem kleinen Teil des Sortiments und behalte den eigenen Shop als Hauptkanal.
6. KI-Shopping-Kanäle und Produktfeeds
Produktsuche findet zunehmend auch in KI-Assistenten statt. OpenAI beschreibt für ChatGPT ein eigenes Produktfeed-Format, über das Händler Preise, Verfügbarkeit, Bilder und weitere Produktdaten bereitstellen, damit ChatGPT ihre Produkte in Suche und Shopping anzeigen kann. Instant Checkout, also der Kauf direkt im Chat, steht laut OpenAI bisher nur zugelassenen Partnern offen. Wie schnell sich das in Deutschland durchsetzt, lässt sich noch nicht sagen. Wer seinen Produktfeed ohnehin sauber pflegt, hat hier aber kaum Mehraufwand. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag über ChatGPT Shopping im E-Commerce. Ganz gratis bleibt aber auch dieser Kanal nicht. Seit Ende August gibt es dort Anzeigen. Was das für Unternehmen bedeutet, steht in unserem Beitrag über Werbung in ChatGPT für Unternehmen in Deutschland.
7. Google Unternehmensprofil für lokale Händler
Wer ein Ladengeschäft hat, sollte sein Google Unternehmensprofil jetzt besonders gut pflegen: aktuelle Öffnungszeiten, Fotos, Produktkategorien, Beiträge und Bewertungen. Das Profil ist für lokale Suchen weiterhin ein kostenloser Kanal. Allerdings betrifft die Umstellung im EWR laut Google auch lokale Unternehmen, für die es ebenfalls Aggregator- und Anbieter-Einheiten gibt. Ein Selbstläufer ist also auch das nicht. Wie du das Profil sinnvoll aufbaust, steht in unserem Beitrag zum kostenlosen Google Business Profile.
Welcher Kanal passt zu welchem Shop?
Die folgende Übersicht ist eine grobe Orientierung. Die Kosten hängen stark von Branche, Wettbewerb und Sortiment ab.
| Kanal | Kosten | Aufwand | Für wen |
|---|---|---|---|
| Produktseiten-SEO und strukturierte Daten | einmalige Umsetzung, laufend Pflege | mittel | jeden Shop, Grundlage für alles |
| Shopping-Anzeigen | Kosten pro Klick, Budget frei wählbar | mittel | Shops mit guter Marge und sauberem Tracking |
| CSS-Partner | je nach Anbieter Gebühr oder Marge | gering bis mittel | Händler, die in der Aggregator-Einheit erscheinen wollen |
| Marktplätze | Provision pro Verkauf, teils Grundgebühr | mittel bis hoch | Händler mit Standardware und Lagerkapazität |
| KI-Shopping und Produktfeeds | derzeit meist nur Feed-Pflege | gering, wenn Feed vorhanden | Shops mit sauberem Merchant-Center-Feed |
| Google Unternehmensprofil | kostenlos | gering | lokale Händler mit Ladengeschäft |
| Newsletter und Stammkunden | Tool-Kosten | gering bis mittel | jeden Shop mit wiederkehrenden Käufern |
Den letzten Punkt unterschätzen viele. Jeder Kanal, den ein großer Anbieter kontrolliert, kann sich über Nacht ändern, die eigene Kundenliste bleibt. Ideen dafür, gerade mit Automatisierung, haben wir im Beitrag über Umsatzsteigerung im WooCommerce-Shop mit KI-Agenten gesammelt.
Was noch unklar ist
Vieles ist in Bewegung, und wir wollen nichts als sicher verkaufen, was es nicht ist.
- Google hat nicht gesagt, ob ein kostenloses organisches Produktformat im EWR zurückkommt.
- Wie Google die Vergleichsdienste in der Aggregator-Einheit auswählt und reiht, ist öffentlich nicht im Detail beschrieben.
- Ob die EU-Kommission die neue Lösung als ausreichend ansieht, ist offen. Weitere Anpassungen sind wahrscheinlich.
Triff deshalb jetzt keine großen, langfristigen Entscheidungen auf Basis einer Lage, die in ein paar Wochen schon wieder anders aussehen kann. Kleine Schritte, die du messen kannst, sind klüger.
Durchgespielt: ein kleiner Shop für Imkereibedarf
Wie das konkret aussehen kann, zeigt ein Gedankenspiel. Stell dir einen kleinen Shop für Imkereibedarf vor. Rund 400 Artikel, ein Merchant-Center-Feed, keine Anzeigen. Ein guter Teil der Neukunden kam bisher über Gratis-Produktkacheln bei Suchen nach konkreten Artikeln, etwa Rähmchen in einem bestimmten Maß.
Seit Mitte September kommen spürbar weniger Neukunden. Kein Grund, alles umzuwerfen. Ein sinnvoller Plan für die nächsten Wochen:
- In Search Console und Merchant Center prüfen, wie hoch der Anteil der kostenlosen Einträge wirklich war.
- Die 30 wichtigsten Produktseiten und die Kategorieseiten mit vollständigem Product- und Offer-Markup versehen, Bewertungen einbinden.
- Für die 20 margenstärksten Artikel eine kleine Shopping-Kampagne mit festem Tagesbudget testen.
- Zwei CSS-Anbieter anfragen und Konditionen vergleichen.
- Den Newsletter für Stammkunden wiederbeleben, zum Beispiel mit saisonalen Tipps zur Einwinterung.
Nach vier bis sechs Wochen sieht der Shop, welcher Kanal sich rechnet, und kann gezielt nachsteuern.
Fazit: Der Gratis-Kanal ist weg, deine Grundlagen nicht
Der Wegfall der kostenlosen Produkteinträge in der EU-Suche ist für viele kleine Onlineshops ein echter Verlust. Er zeigt auch, wie riskant es ist, sich auf eine einzige Gratis-Fläche bei einem einzigen Anbieter zu verlassen. Was gute Shops stark macht, bleibt aber bestehen: saubere Produktseiten, strukturierte Daten, ein gepflegter Feed, echte Bewertungen und eine eigene Kundenbasis.
Erst messen, dann handeln. Prüfe, wie viel dir fehlt, stärke die organische Basis und teste bezahlte und alternative Kanäle in kleinen Schritten. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, etwa bei Produkt-SEO und strukturierten Daten oder beim Shop selbst, schau dir unsere Leistungen für SEO und Webdesign und Onlineshops an oder schreib uns einfach.
Häufige Fragen (FAQ)
Gibt es Google kostenlose Produkteinträge in Deutschland noch?
In der normalen Google-Suche sind die kostenlosen Produkteinträge und Karussells wie „Beliebte Produkte" seit Mitte September 2026 im Europäischen Wirtschaftsraum weitgehend verschwunden, auch in Deutschland. Ob im versteckten Shopping-Bereich noch kostenlose Einträge erscheinen, ist nicht eindeutig belegt.
Warum hat Google die kostenlosen Produkteinträge in der EU entfernt?
Google begründet den Schritt mit dem Digital Markets Act. Die EU-Kommission hatte Google im Juli 2026 vorgeworfen, eigene Dienste wie Shopping in der Suche zu bevorzugen, und dafür eine Millionenstrafe verhängt. An die Stelle der Gratis-Kacheln treten Module für Preisvergleichsdienste.
Laufen Google Shopping-Anzeigen in der EU weiter?
Ja. Bezahlte Shopping-Anzeigen sind von der Änderung nicht betroffen. Sie werden in Europa wie bisher über einen Preisvergleichsdienst (CSS) ausgespielt, das kann Google Shopping selbst oder ein externer Anbieter sein.
Was ist ein CSS und brauche ich einen?
Ein Comparison Shopping Service ist ein Preisvergleichsdienst, der Produktangebote im Auftrag von Händlern auf Google platziert. Wer in der neuen Aggregator-Einheit für Produkte erscheinen möchte, kommt nach heutigem Stand nur über einen CSS dorthin. Ob sich das lohnt, hängt von Sortiment, Marge und den Konditionen des Anbieters ab.
Helfen strukturierte Daten nach dem Wegfall der kostenlosen Produkteinträge?
Ja, sie sind wichtiger geworden. Mit Product, Offer und Review nach schema.org können Produktseiten in den organischen Ergebnissen mit Preis, Verfügbarkeit und Bewertung erscheinen. Im EWR testet Google zudem Karussells, für die strukturierte Daten Voraussetzung sind.
Ist der Traffic-Einbruch ein Ranking-Problem meiner Website?
Nein. Wenn ab Mitte September 2026 vor allem die Klicks aus kostenlosen Produkteinträgen fehlen, liegt das an der geänderten Ergebnisseite im EWR und nicht an deiner Website. Prüfe das in Search Console und Merchant Center, bevor du Inhalte oder Struktur umbaust.